Unser LernOrt Permakultur
Unser Permakultur-Konzept basiert auf vier wichtigen Bausteinen, die gemeinsam ein gesundes, nachhaltiges Ökosystem schaffen und gleichzeitig als praktisches Lernfeld für unsere Schülerinnen und Schüler dienen.
- Die grüne Wand – natürlicher Hitzeschutz und Lebensraum
Die grüne Wand bietet Kletterpflanzen wie Weintrauben optimale Wachstumsbedingungen. Sie dient nicht nur der Begrünung, sondern wirkt im Sommer auch als natürlicher Hitzeschutz für die Klassenräume. Gleichzeitig schafft sie zusätzlichen Lebensraum für Insekten und trägt zu einem angenehmen Mikroklima auf dem Schulgelände bei. - Das Bewässerungssystem – von Schülerinnen und Schülern geplant und umgesetzt
Ein besonderes Highlight ist das unterirdische Bewässerungssystem. Über Drainagerohre mit Kokosummantelung wird der Boden gleichmäßig mit Wasser versorgt. Gespeist wird das System durch fünf IBC-Container (Intermediate Bulk Container).
Besonders stolz sind wir darauf, dass dieses System von technikinteressierten Schülerinnen und Schülern eigenständig durchdacht, geplant und bis zur Fertigstellung praktisch begleitet wurde. So konnten sie ihr Wissen direkt in einem echten Projekt anwenden. - Sanddorn – ein echter Alleskönner in der Permakultur
Auf der gegenüberliegenden Seite wachsen Sanddornsträucher, die gleich mehrere wichtige Aufgaben übernehmen:
Bodenfestigung: Mit ihrem tiefen und weitreichenden Wurzelgeflecht schützen sie den Boden vor Erosion und stabilisieren auch sandige oder anspruchsvolle Flächen.
Wind- und Sichtschutz: Als dichte, äußerst windtolerante Hecken verbessern sie das Mikroklima und schützen empfindlichere Pflanzen im essbaren Waldgarten.
Förderung der Biodiversität: Die dornigen Sträucher bieten Singvögeln einen sicheren Rückzugsort. Ihre leuchtend orangen Beeren dienen im Herbst und Winter vielen Tieren als wertvolle Nahrungsquelle.
Gesunde Ernte: Die vitaminreichen Beeren gelten als echtes Superfood. Als robuste Pionierpflanze gedeiht Sanddorn selbst auf kargen Böden, auf denen viele andere Obstsorten nicht wachsen würden. - Lebendiger Boden durch Terra Preta
Ein gesunder Boden ist die Grundlage jeder erfolgreichen Permakultur. Deshalb fördern wir das Bodenleben gezielt durch Pflanzenkohle, Basaltsteinmehl, effektive Mikroorganismen sowie organisches Material wie abgelagerten Pferdemist, Laub und weiteres Biomaterial. Das Ergebnis ist ein aktiver, fruchtbarer Boden mit einer Vielzahl von Regenwürmern und Mikroorganismen.
Dabei orientieren wir uns am Prinzip der Terra Preta – einer außergewöhnlich fruchtbaren Schwarzerde, die ursprünglich von indigenen Völkern im Amazonasgebiet entwickelt wurde. Ihre besonderen Eigenschaften machen sie bis heute zu einem Vorbild für nachhaltige Bodenkultivierung. - Die wichtigsten Vorteile der Terra Preta sind:
Hohe Wasserspeicherkraft: Die poröse Pflanzenkohle wirkt wie ein Schwamm, speichert große Mengen Wasser und gibt es in Trockenzeiten langsam wieder an die Pflanzen ab.
Effiziente Nährstoffspeicherung: Nährstoffe werden in den feinen Poren der Pflanzenkohle gebunden und nicht so leicht ausgewaschen. Dadurch bleiben sie langfristig für die Pflanzen verfügbar.
Lebensraum für Mikroorganismen: Die zahlreichen Hohlräume bieten ideale Bedingungen für nützliche Bodenbakterien, Pilze und andere Mikroorganismen, die das Pflanzenwachstum fördern und den Boden dauerhaft gesund halten.
Humusaufbau und Klimaschutz: Pflanzenkohle bleibt über viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte im Boden erhalten. Sie unterstützt den Aufbau von dauerhaftem Humus und bindet langfristig CO₂.
Verbesserung schwieriger Böden: Besonders sandige oder nährstoffarme Böden profitieren von Terra Preta. Gleichzeitig hilft sie, saure Böden auszugleichen und schwere, lehmige Böden aufzulockern. - Mit diesem ganzheitlichen Permakultur-Konzept schaffen wir nicht nur einen produktiven und ökologisch wertvollen Lernort, sondern vermitteln unseren Schülerinnen und Schülern auch, wie nachhaltiges Handeln in der Praxis funktioniert – direkt vor ihrer eigenen Klassenzimmertür.