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Ein Goldener Hecht für die LernArt – eine Auszeichnung, die uns sehr dankbar macht

7. September 2026 durch
Christian Beckmann

Ein Goldener Hecht für die LernArt

Vor etwa zehn Jahren gab es zunächst nur einen Wunsch. Vielleicht auch eine Vision davon, wie Schule anders sein könnte.

Eine Schule, in der Kinder und Jugendliche nicht in erster Linie lernen, Erwartungen zu erfüllen, sondern zunehmend Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Eine Schule, in der Beziehung, Achtsamkeit und das soziale Miteinander nicht das sind, was neben dem eigentlichen Lernen stattfindet, sondern ein wesentlicher Teil davon.

2018 wurde aus diesem Wunsch die Freie Schule LernArt Oberndorf.

Wenn wir heute zurückblicken, fühlt sich das gleichzeitig nah und sehr weit weg an. Seitdem ist viel passiert. Vieles hat funktioniert. Manches nicht. Wir haben gelernt, verändert, verworfen und neu angefangen. Wir haben miteinander gelacht, gestritten, gezweifelt und Lösungen gefunden.

Und ja, dieser Weg hat uns auch Kraft und so manche Träne gekostet.

Am 6. September, den "Tag der Oste", wurde unsere Schule von der Arbeitsgemeinschaft Osteland mit dem Goldenen Hecht 2026 in der Kategorie Lernkultur ausgezeichnet.

Darüber freuen wir uns sehr. Vor allem aber empfinden wir Dankbarkeit.

Denn eine Schule ist niemals das Werk einiger weniger Menschen.

Was hier entstanden ist und jeden Tag weiter entsteht, ist nur möglich, weil sehr viele Menschen Verantwortung übernehmen. Schülerinnen und Schüler, die sich auf diese Form des Lernens einlassen. Eltern, die Vertrauen schenken und gleichzeitig kritisch begleiten. Ein Team, das bereit ist, immer wieder die eigene Arbeit und Haltung zu hinterfragen. Ehrenamtlich engagierte Menschen, die ihre Zeit und ihre Fähigkeiten einbringen. Menschen aus Gemeinde und Kommune, staatliche Vertreterinnen und Vertreter und viele weitere Unterstützerinnen und Unterstützer, die geholfen haben, dass aus einer Idee ein realer Ort werden konnte.

Vielleicht ist genau dieses Zusammenspiel der Teil, auf den wir mit der größten Dankbarkeit schauen.

Denn die LernArt ist nicht deshalb besonders, weil hier alles gelingt. Das tut es nicht.

Sie ist besonders, weil wir versuchen, jungen Menschen wirklich etwas zuzutrauen. Weil wir ihnen nicht nur sagen wollen, dass sie Verantwortung übernehmen sollen, sondern ihnen auch Raum dafür geben müssen. Und weil wir erleben, dass Freiheit und Verantwortung nur dort funktionieren können, wo Beziehungen tragfähig sind.

Unser Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung, Eigenverantwortung, Achtsamkeit und soziales Miteinander bedeutet dabei nicht, dass schulische Leistung unwichtig wäre. Im Gegenteil. Unsere Schülerinnen und Schüler erreichen heute im Durchschnitt Abschlüsse, die etwa ein bis zwei Noten besser liegen als die Vergleichswerte staatlicher Schulen. Gleichzeitig arbeiten wir mit deutlich geringeren finanziellen Mitteln und einer etwa doppelt so hohen Inklusionsquote.

Diese Zahlen freuen uns. Aber sie sind für uns vor allem eine Bestätigung für etwas, das uns von Anfang an wichtig war: Man muss sich nicht zwischen dem Menschen und seiner Leistung entscheiden.

Kinder und Jugendliche lernen nicht besser, wenn man ihre Persönlichkeit für einige Stunden am Schultor abgibt.

Sie lernen als ganze Menschen.

Dass die AG Osteland unsere Arbeit und unseren Weg auf diese Weise wahrnimmt und würdigt, bedeutet uns deshalb viel.

In der Laudatio steht ein Satz, bei dem wir einen Moment hängen geblieben sind:

„Die Freie Schule Oberndorf hat sich um das Osteland verdient gemacht.“

Das ist ein großer Satz.

Und vielleicht ist unsere Antwort darauf ganz einfach:

Danke.

Danke an die AG Osteland für diese Auszeichnung. Und danke an alle Menschen, die die LernArt in den vergangenen Jahren mitgetragen, mitgestaltet, herausgefordert und unterstützt haben.

Der Goldene Hecht gehört ein Stück weit allen, die uns auf dem Weg begleitet haben.

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