SM U16 – Die spektakuläre Geschichte eines U-Bootes: Dokumentarfilm in Oberndorf
Ein U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg, mehr als 100 Jahre auf dem Grund der Nordsee – und eine Bergung, deren Bilder weit über Norddeutschland hinaus für Aufsehen sorgten. Jetzt kommt die ganze Geschichte auf die Leinwand.
Die Freie Schule Oberndorf lädt zum Dokumentarfilm „SM U16 – Bergung und Geschichte“ ein. Der Film erzählt die außergewöhnliche Geschichte des historischen U-Bootes: von seiner Entstehung und seinem Einsatz über den Untergang bis zu seiner Wiederentdeckung und spektakulären Bergung.
Jetzt den Dokumentarfilm erleben
„SM U16 – Bergung und Geschichte“
Ein Denkmal der Technik. Ein Mahnmal des Krieges.
Datum: 21.08.2026
Einlass: 18:45 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr
Dauer: ca. 90 Minuten
Ort:
LernArt - Freie Schule Oberndorf (FSO)
Bahnhofstraße 26a
21787 Oberndorf
Eintritt frei – Spende erbeten.
Wer die spektakulären Bilder der Bergung in den Nachrichten gesehen hat und wissen möchte, welche Geschichte hinter diesem außergewöhnlichen Fund steckt, sollte sich diesen Filmabend nicht entgehen lassen.
Filmemacher Hartmut Mester ist persönlich vor Ort. In einem begleitenden Vortrag gibt er spannende Einblicke in die Geschichte von SM U16, die Hintergründe der Bergung und die Entstehung des Dokumentarfilms.
Ein U-Boot, das plötzlich wieder Schlagzeilen machte
Die Bilder sorgten 2025 für großes Aufsehen: Ein mehr als 100 Jahre altes deutsches U-Boot wird vor der Nordseeinsel Scharhörn aus dem Wasser gehoben. Stahl, Schlick und die Spuren eines ganzen Jahrhunderts kommen plötzlich wieder ans Tageslicht.
Die Bergung von SM U16 entwickelte sich zu einem viel beachteten Medienereignis. Auch der NDR begleitete die ungewöhnliche Aktion vor Cuxhaven ausführlich.
Doch aus einer ohnehin außergewöhnlichen Bergung wurde schnell eine Geschichte mit unerwarteter Wendung: Beim Anheben zerbrach das historische Wrack in zwei Teile. Wenige Tage später konnte auch der zweite Abschnitt aus der Nordsee geborgen werden.
Die eindrucksvollen Bilder gingen durch die Medien. Doch hinter ihnen steckt eine Geschichte, die mehr als ein Jahrhundert zurückreicht.
Ein U-Boot aus den Anfängen der Unterwasserfahrt
U16 stammt aus einer Zeit, in der sich die militärische U-Boot-Technik noch in einer frühen Phase ihrer Entwicklung befand.
Das Boot wurde bei der Germaniawerft in Kiel gebaut, lief 1911 vom Stapel und wurde im Dezember desselben Jahres in Dienst gestellt.
Mit einer Länge von rund 58 Metern, einer Breite von sechs Metern und einer Verdrängung von 489 Tonnen über Wasser beziehungsweise 627 Tonnen unter Wasser war U16 für seine Zeit ein bemerkenswertes technisches Bauwerk.
Über Wasser wurde es von Petroleummotoren angetrieben, unter Wasser übernahmen Elektromotoren den Antrieb.
Doch genau darin liegt eine der zentralen Botschaften des Dokumentarfilms: Die technische Faszination lässt sich nicht von der militärischen Funktion des Bootes trennen.
Ein Denkmal der Technik. Ein Mahnmal des Krieges.
Einsatz im Ersten Weltkrieg
U16 war Teil der Kaiserlichen Marine und wurde während des Ersten Weltkriegs eingesetzt.
Nach Angaben des NDR versenkte das Boot 1915 elf Handelsschiffe und beschädigte zwei weitere. U-Boote entwickelten sich während des Krieges zu einer Waffe, mit der insbesondere wichtige Handels- und Versorgungswege angegriffen wurden.
Damit erzählt U16 nicht nur eine Geschichte von technischer Entwicklung und Ingenieurskunst. Das Boot ist zugleich ein materielles Zeugnis eines Krieges, der Millionen Menschen das Leben kostete und Europa nachhaltig veränderte.
1919 verschwindet U16 in der Nordsee
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs sollte das inzwischen technisch überholte U-Boot als Reparationsleistung an Großbritannien ausgeliefert und nach Harwich gebracht werden.
Doch dort kam U16 nie an.
Am 8. Februar 1919 sank das Boot nördlich der Insel Scharhörn in der Nordsee. Warum genau, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Unter Historikern wird unter anderem die Möglichkeit diskutiert, dass das Boot absichtlich versenkt wurde, um seine Übergabe an die Briten zu verhindern.
Tote an Bord sind nach heutigem Kenntnisstand nicht bekannt.
Danach wurde es still um U16.
Mehr als ein Jahrhundert lag das Boot auf dem Grund der Nordsee.
Die spektakuläre Bergung
2025 rückte U16 plötzlich wieder in den Mittelpunkt.
Rund um das Wrack hatten sich durch die Strömung Vertiefungen am Meeresboden gebildet. Es bestand die Befürchtung, dass sich das U-Boot bewegen und zu einem Risiko für die Schifffahrt werden könnte. Deshalb sollte das Wrack geborgen werden.
In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 2025 begann die außergewöhnliche Aktion.
Beim Anheben geschah dann das, was später viele der Fernsehbilder und Schlagzeilen bestimmen sollte:
Das mehr als 100 Jahre alte U-Boot zerbrach.
Ein Teil wurde zunächst nach Cuxhaven gebracht, der zweite wenige Tage später geborgen.
Die Bilder des gewaltigen, von Korrosion und einem Jahrhundert unter Wasser gezeichneten Wracks machten die Geschichte von U16 plötzlich wieder einem großen Publikum bekannt.
Was soll mit einem solchen Zeitzeugnis geschehen?
Mit der Bergung begann gleichzeitig eine neue Diskussion.
Wie geht man mit einem Fund um, der einerseits ein faszinierendes Zeugnis früher U-Boot-Technik ist – andererseits aber eine militärische Waffe aus einem verheerenden Krieg?
Auch Fachleute diskutierten über die Durchführung der Bergung, die archäologische Begleitung sowie den künftigen Umgang mit dem Wrack.
Gerade diese Fragen machen U16 heute so interessant.
Es geht längst nicht mehr nur um ein altes U-Boot.
Es geht um Technik und Geschichte, Erinnerung und Verantwortung, Bewahrung und den Umgang mit den materiellen Spuren eines Krieges.
U16 bleibt erhalten
Die Geschichte endete nicht mit der Bergung.
Bedeutende Teile des Wracks sollen erhalten bleiben und an verschiedenen Orten ausgestellt beziehungsweise wissenschaftlich untersucht werden. Auch eine umfassende digitale Dokumentation des U-Bootes wurde erstellt.
Damit bleibt U16 auf besondere Weise erhalten – obwohl das Wrack selbst bei der Bergung auseinandergebrochen ist.
Die Geschichte hinter den Nachrichtenbildern
Der Dokumentarfilm „SM U16 – Bergung und Geschichte“ macht aus den bekannten Bildern der Bergungsaktion eine viel größere Geschichte.
Er folgt den Spuren des U-Bootes von seiner Entstehung über seinen Einsatz und Untergang bis hin zu seiner Entdeckung und Bergung. Gleichzeitig richtet er den Blick auf die Technik und auf die Frage, was ein solches Relikt mehr als 100 Jahre später für uns bedeutet.
Wer damals die Berichterstattung über die Bergung verfolgt hat, bekommt nun die Gelegenheit, die Geschichte hinter den Schlagzeilen kennenzulernen.
Seien Sie dabei!
Datum: 21.08.2026 · Einlass: 18:45 Uhr · Beginn: 19:00 Uhr · Dauer: ca. 90 Minuten
Freie Schule Oberndorf (FSO)
Bahnhofstraße 26a · 21787 Oberndorf
Eintritt frei – Spende erbeten.
Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher und auf einen interessanten, bewegenden und eindrucksvollen Filmabend.